Erste Erkenntnis durch die „Fragen zur Bundestagswahl“

Wir waren naiv. Wir dachten, dass die Kandidat_innen die Fragen selbst beantworten oder zumindest durch ihre Mitarbeiter beantworten lassen.

Bei einigen Kandidat_innen der Partei Die Linke ist das offenbar anders. Hier wurden unsere Wahlprüfsteine von einer Kandidatin auf der Landesliste an den Landesgeschäftsführer weitergeleitet und von dort direkt in die Zentrale der Partei, das Karl-Liebknecht-Haus.

Aus dem Karl-Liebknecht-Haus bekamen wir eben eine eMail, dass man viel zu tun hätte (kein Wunder, wenn da jetzt ständig Fragen hingeleitet werden, weil die Kandidaten nicht selbst antworten) und wir als Mitglieder der Linken ja auch auf Antworten verzichten könnten, weil wir ja eh die Linke wählen würden.

Weil die Geschichte so schön irre ist, hier der Mailverkehr zum nachvollziehen:

Mail an den Landesgeschäftsführer:

Liebe KandidatInnen Betreuung,

Hier die Wahlprüfsteine des LAK Shalom.

Lg,

H.

Vom Landesgeschäftsführer wurde diese eMail kommentarlos ins Karl-Liebknecht-Haus in Berlin weitergeleitet. Woraus wir diese Antwort bekamen:

Liebe Genossinnen und Genossen,

Martin Wittmaack [der Landesgeschäftsführer in Hamburg] hat mir eure Wahlprüfsteine weitergeleitet. Ich hoffe, ihr habt dafür Verständnis, dass wir sie nicht bearbeiten. Wahlprüfsteine werden – übrigens in sehr großer Zahl – von Verbänden und
Vereinen geschickt, die sich über die Positionen der Partei informieren wollen, um auf Grund der Antworten zu entscheiden, ob sie DIE LINKE wählen oder zu ihrer Wahl aufrufen. Es kostet uns einen enormen Aufwand, die vielen Fragen zu beantworten. Mitglieder der Partei wirken an der Meinungsbildung der Partei mit, entscheiden über das Wahlprogramm und
stellen die Kandidatinnen und Kandidaten auf. Sie müssen – so unsere Auffassung – nicht von der Partei für die Stimmabgabe für DIE LINKE gewonnen werden, sondern betreiben selber aktiv Wahlkampf.

Darum gehe ich davon aus, dass ihr die Positionen der Partei – besonders in eurem Fachgebiet – kennt.

Solidarische Grüße

Claudia Gohde
Leiterin des WahlQuartiers

Nun, wenn wir sowieso unbedingt die Linke wählen würden, müßten wir keine Fragen mehr stellen. Vielmehr ist es so, daß wir viele individuelle Positionen „in unserem Fachgebiet“ kennen und deshalb ganz bewußt fragen, bevor wir wählen.
Meine Antwort:

Liebe Claudia, lieber Martin,

Diese Wahlprüfsteine sind durchaus ernst gemeint. Wir sind zwar Mitglieder der Partei die Linke, hatten aber mit dem letzten hamburger Bundestagsabgeordneten – Norman Paech – ziehmlich viel Ärger (*). Ihn würden wir definitiv nicht wählen.

Es gibt zu der in den Fragen angesprochenen Thematik viele unterschiedliche Auffassungen in der Partei. Deshalb interessiert uns hier auch nicht die Meinung „der Partei die Linke“, sondern die individuelle Meinung der zur Wahl stehenden Kandidatinnen und Kandidaten.

Von der Beantwortung unserer Fragen hängt für uns ab, ob wir die Partei Die Linke oder eine andere wählen. Deshalb würde ich es sehr gut finden, wenn die Kandidatinnen und Kandidaten der Partei Die Linke unsere Fragen
beantworten würden.

Viele Grüße

Sven

Sprecher des LAK Shalom Hamburg

*
-http://shalomhamburg.blogsport.de/category/so-ein-paech-aber-auch/
- http://bak-shalom.de/index.php/2008/04/30/antizionismus-in-der-linken-norman-paech-als-ausenpolitischer-sprecher-untragbar/

Wenn wir eine Antwort auf diese eMail erhalten, werde ich sie gerne diesem Beitrag hinzufügen.


3 Antworten auf “Erste Erkenntnis durch die „Fragen zur Bundestagswahl“”


  1. 1 Benjamin 04. September 2009 um 15:28 Uhr

    Wenn ich Kandidat wäre und eine Frage bekomme zu einem Thema, welches nicht zum meinem politischen Schwerpunkt gehört, ist es doch ganz normal nachzufragen, was die Haltung der Partei in dieser oder jener Sache ist. Zudem habt ihr ja eine Antwort eines Kandidaten der Linke erhalten.

    Unabhängig davon, kann ich die Antwort aus dem Wahlquartier absolut nachvollziehen.

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