Deutschland ist kein Grund zum Feiern

Gegen 137 Jahre deutscher Volksgemeinschaftswahn richtet sich der Aufruf gegen die Feierlichkeiten zum 3. Oktober, die dieses Jahr zentral in Hamburg abgehalten werden sollen. Ausführlich wird in einem politisch-historischen Aufriss erläutert, warum die „Deutsche Einheit“ kein Grund zum Feiern ist.

Die Deutschen blicken im Gegensatz zu Ländern, in denen irgendwann mal eine bürgerliche Revolution stattgefunden hat, auf keine Erfahrung zurück, in der sie mal selbst etwas getan hätten außer irgendwo draufzuschlagen. Sie begreifen sich vollkommen als Opfer, und Länder die explizit nationale Interessen verfolgen – da fällt den Deutschen dann die USA und Israel ein – finden sie eklig. Dass Deutschland selbst aus dem Zweiten Weltkrieg objektiv als Modernisierungsgewinnler hervorging, während man sich subjektiv nur an die Trümmerhaufen erinnert, führte dazu, dass auch das neue deutsche Selbstverständnis als offensiv weltoffen, friedensliebend und moralisch von keinem Arg getrübt ist. Und wenn eine solche Nation Krieg führt, ist es eigentlich gar kein richtiger Krieg, weil „Nie wieder Krieg“ hieße ja schließlich auch „Nie wieder Faschismus“, und wenn man irgendwo Faschismus am Werke sieht, bedeutet das zwar „Krieg“, aber auch gleichzeitig „Nie wieder Faschismus“ und deswegen auch „kein Krieg“.

In zahlreichen Veranstaltung wird sich intensiv mit Nationialismus, Kolonialismus, Sexismus, Kultur und Ökonomie auseinander gesetzt. Wer’s lieber demonstriert, statt diskutiert wird auf antifahamburg.blogsport.de fündig. Dort gibt’s auch einen Jingle.