Archiv für September 2008

Eine Welt ohne Antisemitismus! – Vom Reden zum Handeln. Podiumsdiskussion am 2. Oktober

Der BAK Shalom lädt gemeinsam mit Scholars for Peace in the Middle East (SPME) und dem Deutsch-Israelischen Jugendforum zu einer Podiumsdiskussion des ABC Bildungs- und Tagungszentrum nach Hamburg ein. Der Landesarbeitskreis (LAK) Shalom ist aktiv an den Vorbereitungen beteiligt.

Die Veranstaltung findet am Donnerstag, den 2. Oktober 2008, um 20.00 Uhr im Kölibri (Hein-Köllisch-Platz 12, Hamburg St. Pauli) statt.

Schändung jüdischer Friedhöfe, Angriffe auf Rabbiner, antisemitische Graffitis und Pöbeleien. Nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa sind dies keine Einzelphänomene. Der Antisemitismus ist nach wie vor in der Gesellschaft verankert und zwar quer durch das politische Spektrum, von ganz rechts bis ganz links. Neben klassischen antijüdischen Ressentiments haben sich neue Formen der Judenfeindschaft entwickelt. Nicht selten erscheinen die Kritik am Staat Israel und die antizionistische Ideologie als die modernisierten Varianten des Antisemitismus.

Neben den Kontinuitäten und Brüchen in der Entwicklung der Judenfeindschaft soll der Zusammenhang zwischen Antizionismus und Antisemitismus diskutiert werden.

Während der Antisemitismus der extremen Rechten tabuisiert ist, werden der Aufruf zur Zerstörung Israels und die Leugnung des Holocaust durch den iranischen Präsidenten in der deutschen Gesellschaft nicht als Skandal empfunden. Die Veranstaltung will der Frage nach den Gründen dafür nachgehen und zugleich die Debatte aufgreifen, wie sich eine theoretische Kritik am Antisemitismus in praktisches politisches Handeln umsetzen lässt.

Es diskutieren u.a. Matthias Küntzel (Politikwissenschaftler und Publizist) Stefan Hensel (Vorsitzender des Deutsch-Israelischen Jugendforums) sowie Christin Löchner und Benjamin Krüger (Bundessprecher_innen des BAK Shalom). Moderiert wird die Veranstaltung von Sebastian Voigt (Scholars for Peace in the Middle East / SPME Germany). Veranstaltet vom ABC Bildungs- und Tagungszentrum e.V.

Achtung: Aus gesundheitlichen Gründen wird Henryk M. Broder leider nicht am 2. Oktober an dem Podium teilnehmen können. Ein Ersatztermin für eine ergänzende Veranstaltung mit ihm wird bekannt gegeben.

eine_welt_ohne_antisemitismus_web_neu.jpg Bildschirmversion des Flyer als .jpg-Datei.

Deutschland ist kein Grund zum Feiern

Gegen 137 Jahre deutscher Volksgemeinschaftswahn richtet sich der Aufruf gegen die Feierlichkeiten zum 3. Oktober, die dieses Jahr zentral in Hamburg abgehalten werden sollen. Ausführlich wird in einem politisch-historischen Aufriss erläutert, warum die „Deutsche Einheit“ kein Grund zum Feiern ist.

Die Deutschen blicken im Gegensatz zu Ländern, in denen irgendwann mal eine bürgerliche Revolution stattgefunden hat, auf keine Erfahrung zurück, in der sie mal selbst etwas getan hätten außer irgendwo draufzuschlagen. Sie begreifen sich vollkommen als Opfer, und Länder die explizit nationale Interessen verfolgen – da fällt den Deutschen dann die USA und Israel ein – finden sie eklig. Dass Deutschland selbst aus dem Zweiten Weltkrieg objektiv als Modernisierungsgewinnler hervorging, während man sich subjektiv nur an die Trümmerhaufen erinnert, führte dazu, dass auch das neue deutsche Selbstverständnis als offensiv weltoffen, friedensliebend und moralisch von keinem Arg getrübt ist. Und wenn eine solche Nation Krieg führt, ist es eigentlich gar kein richtiger Krieg, weil „Nie wieder Krieg“ hieße ja schließlich auch „Nie wieder Faschismus“, und wenn man irgendwo Faschismus am Werke sieht, bedeutet das zwar „Krieg“, aber auch gleichzeitig „Nie wieder Faschismus“ und deswegen auch „kein Krieg“.

In zahlreichen Veranstaltung wird sich intensiv mit Nationialismus, Kolonialismus, Sexismus, Kultur und Ökonomie auseinander gesetzt. Wer’s lieber demonstriert, statt diskutiert wird auf antifahamburg.blogsport.de fündig. Dort gibt’s auch einen Jingle.